Skip to main content

Bürgerbusse

Bürger fahren für Bürger

Im ländlichen Raum fehlt es für die dort lebende Bevölkerung oftmals an einem funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehr. Doch auch den dort lebenden Menschen steht eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu. Auch diese Menschen sind auf eine öffentliche Beförderung angewiesen.

Ein Lösungsansatz dafür sind die Bürgerbusse, die es seit 1985 in NRW gibt. Der Bürgerbus ist ein Nahverkehrsangebot, das sich auf eine bürgerschaftliche Initiative („Bürger fahren für Bürger“) gründet. Bürgerbusse werden dort eingesetzt, wo ein öffentlicher Nahverkehr nicht stattfindet, z.B. weil die Topografie den Einsatz von Standardbussen nicht zulässt.

Und genau das war auch die Situation für die Gründung des Wipperfürther Bürgerbusvereins am 21.05.1996. Denn es wurden beispielsweise der Düsterohl, die Leie oder auch die Sanderhöhe nicht vom ÖPNV bedient. Deswegen gab es in Wipperfürth vor der Bürgerbusgründung auch schon einen sogenannten „Kleinen Stadtverkehr“, der dienstags und freitags im Einsatz war. Auf dessen Linien konnte der Wipperfürther Verein im Wesentlichen aufbauen. Denn auch der Bürgerbus fährt auf einer festen Linie, die im Einzelfall von der Bezirksregierung Köln genehmigt wird. Sonderfahrten außerhalb dieser Linien sind dem Verein nicht erlaubt.

Ein funktionierender Bürgerbusbetrieb ist auf drei tragenden Säulen aufgebaut: Dem Bürgerbusverein, dem kooperierenden Verkehrsunternehmen, für Wipperfürth die OVAG, und der Kommune.

Jeder hat seine Aufgabe und die gute Zusammenarbeit garantiert einen reibungslosen Betrieb. Aufgabe der Kommune ist es, einen Ratsbeschluss zur Gründung zu fassen und dabei auch eine Erklärung für einen Ausgleich eines möglichen Verlustes abzugeben. Das hat der Rat der Hansestadt auch getan, wobei der Verein stolz darauf ist, von Anfang an auf wirtschaftlich gesunden Füßen zu stehen und den Defizitausgleich nie in Anspruch genommen zu haben. Und nicht nur das: Der Bürgerbusverein hat die Stadt sogar entlastet, indem er den bis dahin von der Stadt finanzierten Kleinen Stadtverkehr komplett übernommen hat.

Der Verein bekommt vom Land NRW eine jährliche Organisationspauschale (aktuell 7.500 €), die über den städtischen Haushalt eingenommen und weitergeleitet wird. Der Oberbergische Kreis unterstützt das ehrenamtliche Engagement mit einem jährlichen Zuschuss von 100 € pro aktivem Fahrer.

Aktuell hat der Wipperfürther Verein 42 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz, die auf den beiden Linien mit den beiden eingesetzten Bürgerbussen jährlich etwa 40.000 km zurücklegen.

Wer Lust hat, im Fahrerteam mitzumachen oder auch den Verein mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag passiv zu unterstützen, kann sich entsprechend anmelden. Weitere Infos dazu gibt es auf www.buergerbus-wipperfuerth.de.

Darüber hinaus finanziert sich der Verein aus Fahrgeldeinnahmen (1,90 € für Erwachsene, 1,-- € für Kinder) und der Unterstützung diverser Wipperfürther Unternehmen mit ihren Werbungen auf den beiden Bussen. Ihnen gilt der ganz besondere Dank des Vereins.

Dem Einsatz des Wipperfürther Vereins ist es auch zu verdanken, dass am 13.08.2014 nach einer gelungenen Testphase der selbstständige „Dorf-Bürgerbusverein“ gegründet wurde, der Linien von Dohrgaul über Thier, Wipperfeld und Hämmern ins Stadtzentrum und zurück anbietet (www.dorf-buergerbus.de).

Besondere Höhepunkte im Vereinsleben waren im Mai 2016 die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen und aktuell am 06. Oktober dieses Jahres die Ausrichtung der jährlichen Jahreshauptversammlung des Dachverbandes Pro Bürgerbus NRW in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth. Ca. 300 Personen aus 73 nordrhein-westfälischen Vereinen kamen mit 33 Bürgerbussen nach Wipperfürth, eine „Rekordbeteiligung“. Am Ende waren alle von der Organisation begeistert, sowohl bezüglich der diversen Freizeitangebote und der Verpflegung als auch der Durchführung der offiziellen Delegiertenversammlung am Nachmittag.